Pudelpointer - Der vielseitige Jagdgebrauchshund

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

“Der sieht doch aus wie ...” oder “Was für ein Mischling ist das?”

Die Rasse Pudelpointer ist keine neumodische Züchtung, wie mancher denken mag,
sondern weit mehr als 100 Jahre alt.
 

Die Entstehungsgeschichte des Pudelpointers

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Pudelpointer ist kein Schlag des deutschen Vorstehhundes, was fälschlicherweise und zeitweise sogar sehr lautstark behauptet wurde und wird, sondern eine rauhhaarige Vorstehhundrasse, die genetisch auf die Ursprungsrassen Pudel und Pointer zurückgeht und völlig isoliert von den anderen deutschen Vorstehhunden entstanden ist. Wohl hat der Pudelpointer zur Gründung des "Deutsch-Drahthaar" maßgeblich beigetragen.

Der Pudelpointer entstammt ursprünglich - wie der Name schon verrät - der Verbindung Pudel x Pointer.

Königspudel

Es mag heute erstaunlich anmuten, dass der Pudel, der uns nur noch als Modehund bekannt ist, zur Begründung einer Jagdhundrasse Verwendung gefunden hat. Denn nur wenige Zeitgenossen werden wissen, dass der große, kraushaarige Pudel (Königspudel) ursprünglich ein vorzüglicher Jagdhund war und bis in das vorige Jahrhundert mit bestem Erfolg geführt wurde. Besonders gerühmt wurden seine Stöber- und Wasserpassion, sein Spurwille und Spurlaut, seine Apportierlust und Verlorenbringerfähigkeit, seine Raubwildschärfe, Intelligenz und Lernfähigkeit. Ja, er galt als der intelligenteste aller Hunde.

Pointer

Besser als die einstigen jagdlichen Qualitäten des Pudels sind den Jägern unserer Zeit die Vorzüge des Pointers bekannt. Der Pointer galt einst wie heute als der im Feld unübertroffene englische Vorstehhund mit der weiten, nie versagenden Nase, dem feurigen Temperament, der enormen Ausdauer, der Schnelligkeit mit raumgreifender Suche und festem Vorstehen, überhaupt als der Hund mit den brillantesten Feldmanieren. 

Altmeister Hegewald

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wäre man aber wohl niemals auf den Gedanken gekommen, zwei auf den ersten Blick so entgegengesetzt wirkende Vollblutrassen wie Pudel und Pointer zu verschmelzen und züchterisch weiterzuentwickeln, wäre nicht der Zufall zu Hilfe gekommen. Denn zunächst rein zufällig entstandene und später auch beabsichtigte Gebrauchskreuzungen mit Pudelblut hatten sich bewährt. So zitiert Dr. Ströse 1902 in der Deutschen Jägerzeitung einen Satz aus einem im Jahre 1817 erschienenen Buch: "Die besten Jagdhunde sind Blendlinge von dem großen Pudel." Es blieb nicht aus, dass es auch zu zufälligen und später zu beabsichtigten Kreuzungen zwischen Pudeln und Pointern kam. Von zwei solchen Zufallspudelpointern, der braunen Hündin "Juno" und dem schwarzen Rüden "Nimrod", berichtet Hegewald in seinen Schriften über den Gebrauchshund. Beide waren Spitzenhunde im vielseitigen Jagdgebrauch des Altmeisters.

Es ergab sich nun zwangsläufig, dass Altmeister Hegewald besessen war von dem Gedanken, für den vielseitigen Jagdgebrauch aus Pudel- und Pointerblut eine rauhaarige Halbblutrasse zu begründen und weiterzuentwickeln, welche die Vorzüge beider Ursprungsrassen in sich vereinigte und konstant weiter vererbte. 

Der erste gezielt gezüchtete PP-Wurf fiel 1881 beim Stiftsförster Walter in Wolfsdorf bei Goldberg in Schlesien aus der schwarzen Pudelhündin "Molly" nach dem weißbraunen Pointer schweren Schlages "Tell".

Die Pudelpointer wurden anfänglich nicht untereinander gepaart, sondern mit weißbraunen Pointern rückgekreuzt, wodurch der Heterosiseffekt (Bastardeffekt: Enorme Steigerung der Anlagen und Leistung gegenüber der Elterngeneration) immer wieder erneuert und sogar gesteigert wurde. Erst allmählich ging man auch zu Paarungen von Pudelpointer x Pudelpointer über. Von 1924 bis 1945 wurde bereits absolute Reinzucht betrieben.

Reinzucht und Rückkreuzung

Erst nach dem zweiten Weltkrieg, als die Zuchtbasis in den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit auf ein Minimum gesunken war, erfolgte gezielt und mäßig erneute Pointerblutzufuhr, wodurch eine Inzuchtdepression verhindert und ein erneuter Heterosiseffekt erzielt wurde. Nach nun folgender fast dreißigjähriger Zuchtplanung nach dem Prinzip der Reinzucht ist 1983 wieder ein engbegrenzter Versuch mit Pointerblut unternommen worden.

Die beiden in der PP-Zucht praktizierten Zuchtverfahren sind also die Reinzucht und gelegentlich die begrenzte Rückkreuzung mit Pointerblut, letztere nur mit Genehmigung der Jahreshauptversammlung. Während man durch die im Rahmen der Reinzucht praktizierte Linienzucht, die gleichzeitig leichte Inzucht bedeutet, ein ausgeglichenes konstantes Leistungsniveau und einen einheitlichen Typ erreicht, bringen gelegentlich vorgenommene Rückkreuzungen nur relativ kurzfristige Erfolge (Heterosiseffekt). Bei etwas eng gewordener Zuchtbasis wirkt man durch Rückkreuzungen allerdings Inzuchtdepressionen entgegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:

 

 

Verein Pudelpointer e.V.

 

 

 

 

www.pudelpointer.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sandra Möllney, Holteyer Str. 49, 45289 Essen, Telefon 0201/45842103, pp@holteyer-grund.de

Mitglied im Verein Pudelpointer e.V. (JGHV, VDH, FCI)

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